Professionelle Teamarbeit in der Schule – Geschenk(t)?!

Das Ende der Ferien in NRW ist bald erreicht und ich habe gerade mit meiner parallel unterrichtenden Englisch-Kollegin einen Termin für unsere gemeinsame Planung des Leistungskurses ausgemacht. Wir sind ein eingespieltes Team und wissen, dass uns das gemeinsame Planen hilft, entlastet und sogar Spaß macht. Wir wissen aber auch, dass wir für den Tag einige Stunden „opfern“ müssen, und das natürlich nach dem Unterricht, oft am Wochenende oder in den Ferien der unterrichtsfreien Zeit. Das ist dann aber nur die Grobplanung, die Verteilung der zu erstellenden Materialien und die erste Orientierung für die Klausur. Im Anschluss werden noch einige Termine für die Feinplanung der Reihe folgen.

Gemeinsames Arbeiten – ein Faktor der Zeit

Manche Kollegen sind davon begeistert, dass wir das so machen und manchmal schließen sie sich an. Manchmal bewundern sie uns auch und sagen aber gleichzeitig, dass sie für so einen Aufwand nicht auch noch Zeit hätten.

Die Zeit, das ist mal wieder der Casus knacksus. In einem Artikel des Tagesspiegels meint Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutschen Telekom Stiftung,  „um professionell zusammenarbeiten zu können, benötigen Lehrkräfte nämlich vor allem eines: Freiraum. Und der ist an unseren Schulen heute kaum gegeben – weder im Stundenplan, noch im Schulgebäude.“

Doch dabei finden viele Lehrer gemeinsames Arbeiten als sehr entlastend, das habe ich in der Blogparade des Bloggers Herr Mess gesehen, die unter anderem Strategien aufzeigen sollte, die man für belastende Situationen entwickelt hat.

Teamarbeit professionalisieren

Der oben genannte Artikel geht noch etwas weiter: Teamarbeit wird als „professionelle Lerngemeinschaft (PLG)“ bezeichnet, die über den normalen Austausch von Materialien hinaus gehen und gegenseitig „zur fachbezogenen Unterrichtsentwicklung“ fortbilden soll.

Die Idee an sich ist gut. Interne Fortbildungen können wohl viel schneller viel mehr bringen. Als Antwort auf meinen Blogbeitrag zur Medienkompetenz bei Lehrern schrieb Lars Reitze, dass auch er interne Fortbildungen anbietet:

Realistische Umsetzung

Aber Moment mal: Wie soll das Ganze denn nun praktisch aussehen? Sollen diese internen Fortbildungen untereinander etwa auch „on top“ und geschenkt angeboten werden? Wie sind die Rahmenbedingungen, damit auch das Argument schlechthin von Ekkehard Winter im oben genannten Artikel des Tagesspiegels wirklich eintreten kann:

„Intensive Zusammenarbeit unter Lehrkräften im Schulalltag geht in der Regel mit höherer Berufszufriedenheit, höherem Kompetenzempfinden, höherem Enthusiasmus fürs Unterrichten und geringerer emotionaler Erschöpfung einher.“

Was meinen die Lehrerkollegen unter euch? Sollte man gemeinsam auch hierfür einen Schlachtplan erstellen? 😁

 

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Photo credit: CC0 Public Domain  https://pixabay.com/en/hand-finger-show-touch-success-577777/

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