Latein: Kulturkompetenz mal anders

Differenziertes Unterrichten ist auch im Lateinunterricht nicht nur möglich, sondern sehr sinnvoll. An unserer Schule wird in den meisten Klassen mit dem Lehrwerk Felix Neu unterrichtet, zu dem auch eine Handreichung mit eben diesem Namen “Differenziert unterrichten” erschienen ist.

In der Lektion 49, die in die “Herrscher-Reihe” über Cäsar und Augustus gehört, ist das Niveau und die Menge der neuen Grammatik nicht sehr hoch. Das bot allein zeitlich die Möglichkeit, die (leider öfter vernachlässigte) Kulturkompetenz in den Vordergrund zu stellen.

Zur Info: “Die Schülerinnen und Schüler kennen überwiegend personen- und handlungsorientierte Darstellungen der griechisch-römischen Welt und sind in der Lage, mit diesen Kenntnissen ein erstes Verständnis für die Welt der Antike zu entwickeln.” (NRW Kernlehrplan Latein SI “Kulturkompetenz”, S. 24)

Eingangs erwähnte Handreichung macht für diese Lektion zwei sehr gute Vorschläge, die ich als Grundlage benutzt habe:

  1. Der Lektionstext kann arbeitsteilig behandelt werden. Der erste Teil hat den jungen Oktavian zum Inhalt, der sich als besonders grausam gegenüber seinen Zeitgenossen darstellt. Im zweiten Teil des Lektionstextes steht der alte Oktavian, nun Kaiser Augustus, im Mittelpunkt, wie er sich als Vorbild an Gerechtigkeit erweist.
    → Bei Interesse gibt es hier die Lektionstexte kostenlos als Dowload 
  2. Passend zum Lektionstext druckte das Lehrwerk ein Bild der Panzerstatue des Augustus von Prima Porta ab und schlägt eine Forscheraufgabe zu unterschiedlichen Themenbereichen vor.

Siehe: Felix Neu, differenziert unterrichten, S. 172-173

Für meinen Kurs entwickelte ich die Aufgabenstellungen etwas weiter:

Damit sie sich wirklich intensiv mit der Statue auseinandersetzen konnten, hatten sie ein paar Tage für die Hausaufgabe Zeit:

In der darauffolgenden Stunde haben wir die Übersetzungsteile verglichen und von den Übersetzungen Fotos gemacht, die mit allen Schülern geteilt wurden, sodass jeder auf die gesamte Übersetzung zugreifen kann.

Das Highlight war aber natürlich die jeweiligen kreativen Ideen im Kurs anzuschauen – natürlich mit vorheriger Genehmigung aller Urheber 😉

Die Rückmeldung der Schüler war durchweg positiv. Besonders haben sie zwei Aspekte hervorgehoben:

  1. Ihnen gefiel das Thema der Hausaufgabe sehr – das Auseindersetzen mit einer anderen Art “Text”, den man analysieren und interpretieren kann (Ich sage ja, diese Art Kompetenz wird leider zu oft stiefmütterlich behandelt!)
  2. Die Präsentationsform und die Freiheit dabei sagte ihnen besonders zu. Da sie ihr Smartphone, ihren Computer, ihre Stimme usw benutzen konnten, empfanden sie es gar nicht als Pflicht, sondern es hat ihnen Spaß gemacht. Ich denke, das sieht man auch gut in den Ergebnissen.

Ich bin sehr stolz auf meine “Schäfchen”, sodass ich sie gefragt habe, ob ich ihre Werke veröffentlichen darf. Das freute sie, so glaube ich, nochmals besonders und sie willigten alle ein.

Hier ist nun eine Auswahl mit verschiedenen Präsentationsformen:

Hinweis: Das soll kein “best of” sein, insgesamt waren alle Beiträge nicht nur fachlich richtig, sondern auch sehr unterhaltsam. Auswahlkriterien waren zum Beispiel die ausgeglichene Verteilung auf die Formate sowie eine klare Einhaltung der Urheberrechte.

Bei Interesse sind hier die Quellen nochmals als PDF.

Abschließend kann ich ebenfalls von meinem positiven Eindruck berichten, dass sie durch die genaue Analyse der Statue die Aussage der Textteile noch besser verstanden und Augustus sehr gut beschreiben konnten.

Ich kann den Einsatz digitaler Medien auch an dieser Stelle wieder nur empfehlen!

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