Vier-Ecken-Latein

Gerade bei der Grammatik kommt man nicht so oft um ein bisschen Auswendiglernen herum. Statt aber nur schnöde Tabellen auswendig zu lernen, wollte ich meinen Lateinunterricht im Distanzunterricht mit ein bisschen Bewegung verbinden.

Inspiriert durch das Fenstermalen und die vielen Ideen mit Post-Its von Caroline von Saint Ange wollte ich meinen 7ern ein bisschen Abwechslung bieten – und auch eine Prise Humor. Ein Schüler sagte beispielsweise, er käme sich ein bisschen wie Falschgeld dabei vor, hatte aber trotzdem Spaß. Vor allem aber habe ich das Gefühl, dass sie sich es nun ein bisschen besser merken können.

Hintergrund – Ein kleiner Grammatik-Exkurs

Sie haben nun die beiden Kasus Nominativ und Akkusativ im Singular und Plural kennengelernt. Das sind insgesamt vier Formen. Nicht viel, würde man denken, aber sie müssen diese vier Formen für mehrere Deklinationsklassen kennen:

In der letzten Lektion kamen ebenfalls die Adjektive mit dazu. Um die Bezüge erkennen zu können, welches Substantiv mit welchem Adjektiv zusammengehört, müssen die Schülerinnen und Schüler wirklich die Endungen beherrschen.

Wie funktioniert das nun?

In der Videokonferenz habe ich ihnen „live“ gezeigt, wie ich mehrere Post-Its mit Kasus und Numerus (pink) beschrieben habe. Diese sollten sie an vier unterschiedlichen Stellen in ihrem Zimmer / irgendeinem Raum verteilen. Im nächsten Schritt habe ich kleinere Post-Its mit den vier Formen (gelb) beschriftet und ihnen gezeigt, wie sie von Ort zu Ort gehen, dabei das Wort laut sagen und das passende Post-It aufhängen sollen:

Bei den nächsten Durchgängen konnten sie variieren. Entweder schrieben sie die nächsten Wörter ebenfalls auf, wechselten mal die Reihenfolge oder sagten einfach mal alle Wörter im Nominativ Singular für alle Deklinationsklassen. Sie durften währenddessen natürlich ihre Kameras und Mikrofone ausstellen, sollten mir aber kleine Kostproben senden. Ein paar Mutige haben mir ebenfalls erlaubt, diese zu veröffentlichen, damit man einen besseren Einblick bekommt:

Heute konnten schon viel mehr ohne Zögern die „KöNiGsregel“ anwenden, die Substantive bestimmen und auch die Adjektive zuordnen. Als weitere kleine Bewegungspause habe ich dann wieder die „Vier Ecken“ eingebaut – diesmal mit Level 2, sodass sie zu den Substantiven auch die passenden Adjektive nennen sollten.

Was fällt euch noch ein, was man mit diesen vier Ecken lernen und üben kann? Kommentiert gern! 👇

Beitragsbild: https://pixabay.com/de/illustrations/haftnotizen-post-it-notizen-938602/

4 Kommentare

  1. Hallo,
    das ist ja eine nette Idee!
    Spontan fällt mir dazu im Französischunterricht das Üben von verschiedenen Adjektiven ein.
    In Englisch könnte man Zeitformen damit üben oder auch thematische Vokabeln.
    Ich bin echt froh, deine Seite entdeckt zu haben! 🙂

    • Hallo Katharina,

      jaa, sehr gute Ideen! Wenn man einmal den „Rahmen“ hat, kann man total viel total schnell umsetzen 😃

      Und danke für dein Kompliment, das freut mich sehr!

      Viele Grüße
      Nina

  2. Hallo,
    die Schüler könnten so auch vier Tempora bilden und festigen immer in der selben Person (portamus, portabamus, portavimus, portaveramus).

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